Jim Thompson – der Seidenkönig

Die Welt von Jim Thompson

Wer schon einmal in Thailand war und das Glück hatte dieses Land wirklich zu entdecken, den wird es nicht mehr loslassen. Die Märkte, das Essen, die Farben, die Vegetation, die Ruhe und zarte Pracht der Tempel. Meine letzte Reise dorthin liegt schon Jahre zurück, doch als wir im Zuge des Münchner Stoff Frühlings den Showroom von Jim Thompson betraten, war dieses spezielle Thailand- Gefühl sofort wieder da. Das mag an dem wundervollen Blumenschmuck gelegen haben und zum großen Teil an einem grünen Seidenveloursofa, in das wir uns spontan verliebten und es so schnell nicht mehr verlassen haben…das Team von Jim Thompson versteht es, im Showroom ein Gefühl von Thailand zu vermitteln und Jim Thompson, der „legendäre Amerikaner in Thailand“, wacht dort immer noch als großes Porträt über sein Seidenimperium.

 

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Einmal auf dem Traumsofa Platz genommen, konnte uns so schnell nichts wieder zum aufstehen bewegen. Und so nahm Managing Director Christian Schirner uns mit auf eine kleine Reise in die Jim Thompson-Welt und ich denke, wir waren begeisterte Zuhörer.

 

„The legendary American in Thailand“

Jim Thompson reiste 1945 zum ersten Mal nach Thailand und blieb dort die nächsten 22 Jahre. Schnell entwickelte er ein Interesse an thailändischer Seide und versorgte seine Freunde in Amerika mit dem edlen Stoff. Zu dieser Zeit wurde Seide nur in kleinen Mengen für den persönlichen Gebrauch hergestellt. Jim Thompson begann mit einem Netzwerk an Weberfamilien zu produzieren, die er gegenüber seines Wohnkomplexes in Bangkok ansiedelte. Innerhalb weniger Jahre gelang es ihm die thailändische Seidenindustrie zu revolutionieren und sie auf der ganzen Welt bekannt zu machen. Internationale Hotels und Prominenz zählten zu seinen Kunden und Gästen. Sein Haus in Bangkok ist heute ein vielbesuchtes Museum. Darin finden sich noch heute hochwertige Antiquitäten, die Thompson sammelte und zudem ein Zentrum für zeitgenössische asiatische Kunst. Um sein mysteriöses Verschwinden im Jahr 1967 ranken sich bis heute die wildesten Gerüchte: Er sei entführt worden, von einem Tiger gefressen, umgebracht, habe Selbstmord begangen oder sei in ein anderes Leben untergetaucht.

 

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Das heutige Seidenimperium

Heute steht die Marke Jim Thompson längst nicht mehr nur für hochwertigste Stoffe. Das Jim Thompson Haus in Bangkok ist längst zum Besuchermagnet geworden.  Ebenso die Jim Thompson Farm in Pak Thong Chai, auf der früher die Aufzucht der Seidenraupen stattfand und sich Maulbeerbaumplantagen für die Fütterung der Larven befanden. Nach der Auslagerung der Raupenaufzucht erfreut sich dort nun ein Besucherpark mit Blumengärten und einem malerischem Dorfplatz großer Beliebtheit.

In zahlreichen Boutiquen werden neben Wohnstoffen auch Mode, Einrichtungsprodukte und Seidenaccessoires angeboten (Leider bis jetzt nur in Thailand.  Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich noch einmal für Krawatten begeistern könnte..!)

Jim Thompson galt als exzellenter Gastgeber und so ist es nicht verwunderlich, dass in Bangkok auch sein kulinarisches Erbe in verschiedenen Jim Thompson Restaurants bewahrt wird.

Es bleibt also Platz für viele Ideen für das Team vo Jim Thompson in Europa!

 

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Jim Thompsons moralisches Erbe

Jim Thompson verfolgte die Vision der Gemeinschaft zu helfen, indem er die thailändische Landbevölkerung konkret in die Produktion miteinbezog. Heute noch erwerben lokale Bauern die Eier der Seidenraupen von der Firma, betreuen sie bis die Raupen schlüpfen und sich schließlich verpuppen. Dann werden die Kokons wieder an die Jim Thompson Farm zurück verkauft und weiter verarbeitet. Viele der Stoffe werden immer noch von Hand gewebt und diese Handwerkskunst gezielt unterstützt.

“ Looking after our weavers is of the utmost importance to the company. To this day, Jim Thompson runs the largest number of handlooms in the world“. 

Bei der Weiterverarbeitung der Stoffe zu Seidenwaren bleibt den lokalen Arbeitern die Wahl, die Stoffe in den Fabriken oder auch zu Hause zu bearbeiten.

Eine Firmenethik, die uns überzeugt.

 

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Der Showroom in München

 

HUREL and TAI PING CARPETS

Mini – Thailand und im Stoffhimmel, was wollen wir mehr! Da hat Christian Schirner sogar noch ein Legende vom Anfang der Seide für uns bereit:

 

Eine chinesische Prinzessin saß einst unter einem Maulbeerbaum und trank ihren Tee. Da fiel ein Seidenkokon vom Baum herab in ihre Tasse und der Seidenfaden begann sich im warmen Tee zu lösen…

 

Hach…

Alles Liebe,

Verena

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